© Werner Kunz, 2020

Erhartskirche

Baugeschichte

Seit über 500 Jahren wird in der Erhartskirche in Hohenacker Gottesdienst gefeiert. Mit den Umbrüchen der Zeit haben sich die Gottesdienstformen und die Gestaltung der Kirche immer wieder verändert.

1350
wird erstmals eine Kapelle in Hohenacker erwähnt, das damals noch zum Bistum Konstanz gehörte.

1486
Hohenacker wird selbständige Pfarrei und dem Hl. Erhart (Bischof von Regensburg), der Jungfrau Maria und der Hl. Katharina geweiht. Mit der Errichtung der Pfarrei endet auch die Bindung an die Nikolauskapelle in Waiblingen. David Sättelin wird der erste ständige Priester der Erhartskirche. Bald danach wird mit dem Ausbau der Kapelle zur Kirche begonnen. Der Steinmetz Peter von Lau ist der Baumeister dessen Zeichen im dritten Schlussstein des Chorgewölbes zu sehen ist. Die Kapelle selbst wird zum Chor umgebaut und das Schiff angehängt. Beide verbindet eine Mauer mit einer großer Spitzbogenöffnung. Die kleinen Fenster der Kapelle wurden zu hohen Spitzbogenfenstern mit Rippen erweitert.

1489
ist der Kirchenbau vollendet

1535 - 1548
Marßlius Haußer ist der erste evangelische Pfarrer nach der Reformation. Er und seine Nachfolger setzten sich sehr für die Bevölkerung ein, die in den kommenden Jahren wegen Missernten und hohen Abgaben eine entbehrungsreiche Zeit durchstehen mussten.

1616 - 1648
Im Dreißigjährigen Krieg bleibt die Gemeinde viele Jahre ohne eigenen Seelsorger und Pfarrer. Die Kirchgänger müssen zum Gottesdienst nach Bittenfeld gehen. Die Erhartskirche wird durch die Verheerungen dieser Zeit sehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie ist einsturzgefährdet.

1742
wird der Turm abgebrochen und wieder neu aufgebaut.
Das Kirchendach wird repariert.

1749
wird die erste Orgel für die Kirche angeschafft.

1768
Für die Orgel wird eine Empore gebaut, die den Chorraum erfüllt.

1817
werden der Turm und der Eingangsbereich erneuert.

1825
wird die dringend notwendige neue Orgel angeschafft.

1891
erhält die Kirche ihre erste Heizung:Ein großer Säulenofen wird eingebaut.

1894
Ein neues Gestühl wird aufgestellt, die steinerne Kanzeltreppe wird abgebrochen und durch eine eichene Treppe ersetzt. Der Kaufmann L. Scharffenstein stiftet einen neuen Altar.

1921
Einbau einer neuen Turmuhr.

1939 - 1945
Die Erhartskirche übersteht die Kriegsjahre weitgehend unversehrt .

1957
Die Orgelempore im Chor wird entfernt - erstmals fällt wieder Licht durch das Chorfenster. Die Kanzel findet ihren Platz neben dem Chorbogen, wo früher ein Seitenaltar stand. Der Taufstein wird an seine heutige Stelle unter das rechte Ziborium versetzt. Die nördliche Türe wird zugemauert. Die Empore wird neu eingebaut und der Holzofen durch eine elektrische Heizanlage ersetzt.

1972
Im Zusammenhang der Straßenverbreiterung wird der Kirchenvorplatz neu gestaltet, der gerne für Begegnungen genutzt wird.

1973
wird die Erhartskirche außen renoviert, auch das Dach wird erneuert. Der Turmhahn und die Ziffern der Uhr bekommen einen golden schimmernden Anstrich. Die Kirche erstrahlt in frischen Farben.

1979
Sanierung des Glockenstuhls. Fortan trägt er drei Glocken, die elektrisch geläutet werden. Im folgenden Jahr ertönen die Glocken erstmalig im Dreiklang zum Festgottesdienst am Ostersonntag.

1981
Innenrenovierung: Eine elektrische Fußboden- und Bankheizung werden eingebaut und bleiverglaste Isolierfenster. Neue Bänke und Stühle werden angeschafft. Ebenso schafft nun eine sorgfältig abgestimmte Beleuchtungsanlage eine freundlichere Atmosphäre. Eine Verstärker- und Lautsprecheranlage wird installiert. Die steinernen Rippengewölbe über dem Chor und dem Taufstein werden restauriert, genauso wie die Kassettendecke über dem Kirchenschiff. An den Schlusssteinen des Kirchengewölbes im Chor wird die jetzt sichtbare Lutherrose aufgemalt, ein spätgotisches Motiv, das in vielen Kirchen der Umgebung zu finden ist. Das zwischen 1500 - 1550 geschaffene Kruzifix wird restauriert und hinter dem Altar aufgestellt.

1986
wird die Tzschöckel-Orgel feierlich eingeweiht.

2005
wird mit der Rampe ein barrierefreier Zugang zur Kirche geschaffen.

2007
beschließt der Kirchengemeinderat, dass die Erhartskirche innen renoviert wird.

2012
Beginn der Renovierungsarbeiten

2013
Wiedereröffnung der renovierten Erhartskirche am Sonntag, den 3. März mit einem Festgottesdienst